The exhibition features 15 soundworks by students of the University of Applied Arts Vienna. The works were submitted for the “call to sound” open call and will be published on the 12th of December on www.a-k-a.at.

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Manuel Cyrill Bachinger & Erika Farina (MCBEF)
Ansia // 27’12’’

ANSIA ist der Soundtrack zur ersten gleichnamigen Konzept-Kollektion der interdisziplinären Künstlerin Erika Farina. Die Musik zu dieser Fashionshow wurde von Manuel Cyrill Bachinger gemeinsam mit der Künstlerin produziert und mehrfach präsentiert; Anfang 2018 im Rahmen der Abschlussmodenschau der Modeakademie Sitam und im September auf dem Laufsteg der Vienna Fashion Week 2018. In Zusammenarbeit mit Denise Nguyen wurde das Konzept der Designerin in eine zeitgenössische Tanz-Performance transformiert und in einer Serie von Aufführungen dem Publikum vorgestellt. Das Sound-Design setzt die Auseinandersetzung mit Angst- und Beklemmungszuständen, die in der Schneiderei allegorisch verwendet wird, bewusst fort und verwandelt das Format der Modenschau in eine immersive Erfahrung.

Joul Biswurm & Juan Vera
Geburt // 05’22’’

“Warm und sicher in der Mutter, dauert es nicht lang, bis es hässlich wird.“

Stefano D’Alessio
Giudecca // 6’48’’

Giudecca is a piece created from a field recording taken in the Giudecca island of Venice in 2013. The recording captured church bells chiming from a close distance. Intensities vary from fast and powerful tolls descending to the sparse, delicate, ending, almost reaching silence, where just the sound of the tense oscillating rope is hearable. The bells recording has been cut and digitally modified in variable manners, detaching it from its natural sound but without loosing its particular timbre.

Yael Fides Fidesser // Geige: Cecilie Kamelreiter
Vertonte Malereien, Komposition 1 // 05’40’’

Thu Trang Ha/Shinsekai
White Salt Fields // 36’13’’

In an era of accelerating technology and increasing complexity, what does it mean to be “at home”? What does the question “Where do you come from?” mean? What does it mean to be “in your hometown”? These questions are addressed in this video essay about Vietnam. As a country of astonishing natural beauty and cultural complexities, of dynamic megacities and ethnic hill-tribe villages, Vietnam is both exotic and capturing. The video essay is accompanied by a DJ set, consisting of abstract club tracks to create futuristic sci-fi like soundscapes. With this hybrid film screening and concert experience the transhuman project Shinsekai (􀷛􀓮􁊴, “New World”) tries to investigate more possibilities in the art of DJing. By playing and mixing contrasting genres on the dark side of electronic dance music, the goal is to break the limits of genres, taste and social difference. Alien timbres, distorted vocals and broken club oriented rhythms define an kaleidoscopic view of musical futures.
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Was bedeutet es in einer Zeit der zunehmenden Komplexität “zu Hause” zu sein? Wie kann die Frage “Woher kommst du?” beantwortet werden? Was erzeugt das Gefühl von “Heimat”? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das transhumane Projekt Shinsekai (􀷛􀓮􁊴, “New World”) in ihrem Video-Essay über Vietnam, ein Land mit einer atemberaubenden Natur, kulturellen Komplexitäten, dynamischen Megastädten und ethnischen Minderheiten in den Bergen. Vietnam ist ein Land mit vielen prägenden exotischen Facetten. Das Video-Essay wird begleitet von einem DJ-Set, bestehend aus abstrakten Club-orientierten Tracks, um futuristische, Sci-Fiähnliche Klanglandschaften zu erzeugen. Mit diesem Hybrid aus Filmscreening und Konzerterlebnis versucht Shinsekai, radikalere Möglichkeiten im DJing zu finden. Mit dem Spielen und Mixen von zwei gegensätzlichen Genres im Bereich der elektronischen Musik ist es das Ziel, die Grenzen der Genres zu brechen. Alienartige Klangfarben, verzerrte Vokale und gestörter Club-orientierter Rhythmus zeigen einen kaleidoskopischen Blick auf eine mögliche musikalische Zukunft.

Patrick K.-H.
„Concrète choirs” series, „Overtranslation pt. 1“ (2005) // 01’43’’
„Concrète choirs” series, „Overtranslation pt. 2“ (2004-2008) // 05’09’’

“Concrète choirs” series (since 2004): Language is what makes conversations possible, and conversation is a quintessence of social activity, meaning survivorship — it is a cliché of what language meant to be and how it paved its way to nest in our brain. Electronic media and the new paradigm of “information explosion” that characterises our times confront us with the limitations of the brain in processing information – indeed we suffer from information overload. But the bigger danger of information — what causes the infamous “paradox of rational ignorance” — is not only that we might be overwhelmed by how much data is, but that we interpret that we might be poisoned by it. And even if we could acquire as much information as we think we desired, there are certain sequences, messages and narratives a rational mind may not be willing to get. That “cursed” domain of language information presented in speech, which caries its traits of timbre, tonality, rhythm, linguistic, gender and other aspects classified as redundant, was adopted as sound objects — building blocks to constitute the “Concrète choirs”.

Rafael Lippuner
Techno // 04’08’’

Clemens Miggitsch
Verwaltungsübertretung gemäß § 14 Abs. 1 iVm § 19 Versammlungsgesetz // 04’42’’

„Sie haben es am 29.01.2010 in Wien 6., Christian-Broda-Platz, als Teil- nehmerIn der dort abgehaltenen Ver- sammlung unterlassen, diese Versammlung innerhalb der Ihnen eingeräumten Frist von 10 Minuten, nachdem die Versammlung vom Be- hördenvertreter um 18:51 Uhr für auf- gelöst erklärt worden war, zu verlassen und auseinanderzugehen, da Sie bis zumindest 21:49 Uhr am Versammlu- ngsort verblieben sind.“ Mit diesen Worten wurde ich, sowie einige hundert andere Demonstrations- teilnehmer_innen darüber informiert, dass wir eine Verwaltungsübertretung begangen haben. Im Zuge zahlreicher Demonstrationen gegen vorherrschen- de gesellschaftliche Zustände sind Menschen mit politischem Bewusstsein nur zu oft Repression, die häufig in körperlicher Gewalt von Seiten der Be- hörden, im Speziellen der Wiener Polizei, zum Ausdruck kommt, ausgesetzt.

Die vorliegende Arbeit ist ein Versuch ein Stimmungsbild zu erzeugen, das dieses Ungleichgewicht verdeutlicht, das in den letzten Jahren die vorherr- schende Situation darstellt.

fresh name
ziegelsteine // 01’25’’

Ich bau mir ein Haus aus Ziegelsteinen, viele große lila Scheine
muss ich zahlen, für die Farben und Wände
hab in meinen Händen
einen Hammer und Nägel, schau mal ich stapel die Steine ich lege
sie aufeinander, bau eine Veranda auf der ich dann lebe

Ich bau ein Haus aus Ziegelsteinen, schau hinaus nach allen Seiten
Hab den Balkony, du siehst mich drauf im Palace Tee
2x

Abends schlaf ich gut, durch die Fenster geht kein Zug
Es ist kalt draußen, doch hier drinnen ist es warm
alle wollen zu mir fahren
Ich hab viele Gäste, Wohnzimmer hat viele Plätze
für alle die sich setzen wollen

John Sauter
Das Haus // 06’02’’

In “Das Haus” geht es im ersten Teil um ein Pärchen, das einen Abend in scheinbarer Idylle
vor dem Fernseher verbringt. Dabei baut sich eine wabernde, düstere Stimmung auf, die unter der
Doppelbödigkeit des Heimeligen und dem Rückzug ins Private einen tiefen Sumpf vermuten lässt.
In einem zweiten Teil kommt der erzählende Charakter nach Hause in die Provinz auf ein Grillfest,
und muss feststellen, dass er durch seine wegen längerem Fernbleibens neu erworbene
Fremdheit die Hauptattraktion auf dem zum kannibalischen Albtraum auswuchernden Grillfest
geworden ist. Nicht nur Worte können verletzen – auch scharfes Grillbesteck.

Jakob Schauer
Ahnen // 07’12’’
Album: Antlitz // Label: Moozak

Jakob Schauer is a Vienna based sound artist and producer and with his solo project he experiments in the acoustic field of drone and experimental music. By mixing complex sound algorithms and pre-recorded material, Schauer creates multiple layers of sound structures in tonal and atonal moods and grows acoustic landscapes of variable physics, sizes and geometries. In his installations Jakob Schauer researches on the interplay of space and sound and focusses on the spatial positions and movement of sounds in architecture or environments.

Darja Shatalova
365°-Analyse (e1;e2) // 14’24’’

Die Komposition “365°-Analyse (e1;e2)” basiert auf einer Grafik, die als Sonogramm ausgelesen und modifiziert wurde. Die Grafik stellt meinen Beziehungsverlauf über 365 Tage dar. Kombiniert wird die Sonifizierung mit Field Recordings aus gemeinsamen Urlauben mit meinem früheren Partner. Ergänzt wird die Kompostion durch die Melodie eines ungarischen Volksliedes, in dem es um Liebe und Verlust geht. Es ist die Stimme einer guten Freundin aus Ungarn, die mich während der gesamten Zeit der Beziehung mit ihrem Rat durch Höhen und Tiefen begleitet hat

Johanna Stief
Mauerham // 14’14’’

Michel Strümpf
kck_3_116_bpm / the internet of things // 26’42’’

„weil ich mich nach wie vor als teil der feierszene begreife, drehe ich nach kassenschluss auch noch meine eigenen kreise auf der jeweiligen tanzfläche. dabei wummern die bässe auf mich ein, blitzen stroboskopstrahlen in den trockeneisnebel, zerknacken bierflaschen unter meinen schuhen und wate ich durch diverse körperflüssigkeiten. ich liebe diese momente, in denen nur noch eine handvoll leute auf dem dancefloor anzutreffen sind. die nicht gehen wollen, weil es nichts oder niemanden gibt, der draußen auf sie wartert, außer dem leben mit seinen zwängen, verpflichtungen, anspruchhaltungen. auch ich will nicht zurück in die realität. den rausch loslassen will schon gar nicht.“
*sven marquardt, die nacht ist leben
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meine derzeitige recherche befasst sich mit dem thema „club als utopie“ und techno – meine damit verbundene praxis bildet eine reihe an konzeptioneller (sound-)aufnahmen , welche am modularen synthesizer live performt wurden/werden.
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konzeptionell wird der sound des gesamten stückes aus der kickdrum generiert, welche ein entscheidendes charakteristikum der technomusik bildet.
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das signal wird in einen – noch geschlossenen – lowpassfilter (subtraktive synthese) geleitet. der filter erhält gate-spannungen – diese sind rhythmische ableitungen des 4/4 taktes. jeder dritte schlag moduliert die resonanz des filters, jeder vierte schlag moduliert den cutoff des filter (das modulationssignal ist zu beginn abgeschwächt – steigert sich jedoch gegen dem ende auf das maximum), jeder fünfte schlag regelt ungeschwächt nochmals den cutoff des filters. das ausgangssingal des filters wird mittels bit-modifizierung bearbeitet. das signal läuft weiter durch einen reverb und durch ein schwaches ping pong delay.